Die kranke Hüfte

Welche Grunderkrankungen des Hüftgelenkes können dazu führen, dass ein künstlicher Gelenkersatz notwendig wird? Zu den häufigsten Ausgangserkrankungen gehören die Hüftgelenkarthrose (Coxarthrose), von der besonders Menschen im höheren Lebensalter betroffen sind, und rheumatische Gelenkentzündungen (Rheumatoide Arthritis). Der bei beiden Erkrankungen auftretende Gelenkverschleiß kann dazu führen, dass irgendwann keine schützende Knorpelschicht mehr vorhanden ist und jede Bewegung starke Schmerzen verursacht.

Rheumatisch bedingte Gelenkentzündung (Rheumatoide Arthritis)

Was eine Rheumatoide Arthritis verursachen kann, ist noch nicht vollends geklärt. Es wird jedoch vermutet, dass ein autoimmuner Prozess, also eine Fehlreaktion des eigenen Immunsystems, für die stufenweise Zerstörung des Gelenkknorpels verantwortlich ist. Mit schmerzstillenden und entzündungshemmenden Medikamenten kann das Ausmaß und das Fortschreiten der Erkrankung oftmals in Schach gehalten werden. Ist dies jedoch nicht mehr möglich, können operative Verfahren wie das Entfernen des erkrankten Gelenkes (Resektion) und das Einsetzen eines künstlichen Gelenkes in Betracht gezogen werden. Sie ermöglichen den Patienten in vielen Fällen wieder ein aktives Leben ohne belastende Schmerzen.

Hüftgelenkarthrose (Coxarthrose)

Zu den Ursachen einer Hüftgelenkarthrose gehören neben einer genetischen Veranlagung auch Faktoren wie Übergewicht, Häufig wiederholte Überlastungen sowie kleinste Verletzungen oder Frakturen des Gelenks. Der Gelenkverschleiß schreitet um Laufe der Jahre voran, weshalb sich deutlich mehr ältere als jüngere Patienten einer Gelenkersatz-Operation im Hüftbereich unterziehen.

Angeborene Hüftfehlstellungen und Frakturen

Angeborene Fehlstellungen der Hüfte fördern eine schnelle Abnutzung des Gelenkknorpels, wodurch schon in jüngeren Jahren die endoprothetische Versorgung notwendig werden kann. Ein Beispiel: Bei der Hüftdysplasie besteht ein (angeborenes) Missverhältnis zwischen dem kugelförmigen Gelenkkopf und der Hüftgelenkspfanne, woraus eine Fehlstellung resultiert. Bleibt die Erkrankung im Kindesalter unbehandelt, kann später ein künstlicher Gelenkersatz, z. B. wegen einer frühen Arthrose, unumgänglich werden.

Darüber hinaus können auch Frakturen (z. B. bei Sportverletzungen) die Hüftpfanne oder den Oberschenkelknochen so stark schädigen, dass ein Gelenkersatz notwendig wird. Dank der modernen Endoprothetik ist eine Rückkehr in ein aktives Leben und somit auch in den Sport möglich. In welchem Umfang das vertretbar ist, muss jedoch immer im Einzelfall entschieden werden.