Die Hüfte: Ohne sie geht nichts

Tausende von Schritten macht ein Mensch jeden Tag. Unser Hüftgelenk ist an jedem dieser Schritte beteiligt und eines unserer am stärksten belasteten Gelenke. Die Hüfte eines gesunden Menschen trägt nicht nur ständig das normale Körpergewicht, sondern muss, je nach Bewegung, sogar ein Vielfaches des Gewichtes aufnehmen.

Das Hüftgelenk setzt sich zusammen aus dem langen Oberschenkelknochen mit seinem – mit Knorpel bedeckten – kugelförmigen Hüftkopf am oberen Ende und der mit Knorpel bedeckten Hüftpfanne im Beckenknochen. Muskeln, Bänder und eine Gelenkkapsel halten ihn stabil in der – ebenfalls mit Knorpel ausgekleideten – Hüftpfanne. Der Hüftkopf dreht sich bei jeder Bewegung in der Hüftpfanne.

Reibungslos und ohne Schmerzen bewegen

Bei einem gesunden Hüftgelenk reiben diese knöchernen Strukturen nicht direkt aneinander, weil sie von einer glatten Knorpelschicht überzogen sind. Der Gelenkknorpel sorgt dafür, dass sich die Hüfte wie ein gut geschmiertes Lager verhält. Der Knorpel ist von einer zähen Flüssigkeit im Gelenkspalt (Gelenkschmiere) umgeben. Er hält die beiden Knochen im Gelenk auf Abstand und ermöglicht eine glatte, nahezu reibungslose Bewegung ohne Schmerzen.

Diese schützenden Gelenkknorpel können sich jedoch infolge jahrelanger Überlastung, aber auch durch Erkrankungen (z. B. Rheuma) und Verletzungen (z. B. beim Sport) stark abnutzen. Dieser als Hüftgelenksarthrose oder Coxarthrose bezeichnete Verschleiß ist die häufigste Arthroseform überhaupt und verursacht Schmerzen, die jede Bewegung zur Qual machen können.

Moderne Endoprothetik hilft

Bringen Medikamente und physiotherapeutische Maßnahmen (Krankengymnastik) keinen ausreichenden Erfolg mehr, ist der künstliche Gelenkersatz (Endoprothetik) eine seit Langem bewährte und sichere Behandlungsmaßnahme.

Moderne Kunstgelenke (Endoprothesen) sind aus leichten Materialien gefertigt, die sehr widerstandsfähig gegen Abnutzung sind und viele Jahre lang halten. Sie bestehen meist aus metallischen Gelenkanteilen, die entweder zementiert oder zementfrei im Knochen verankert werden. Als Knorpelersatz werden in diesen Anteilen Komponenten aus Keramik, hochvernetztem Polyethylen (Kunststoff) oder einer Kombination dieser Materialien verankert.