Die ersten Wochen mit der Knieprothese

Sie haben jetzt Ihr neues Kniegelenk. Belasten Sie das operierte Knie genauso, wie Sie es während der Zeit im Krankenhaus gelernt haben. Halten Sie sich an Ihr Rehabilitationsprogramm – falscher Ehrgeiz schadet nur. Überschätzen Sie Ihre Kräfte zu Anfang nicht und gönnen Sie sich noch eine kleine Auszeit vom Alltag zu Hause! Gehen Sie zu den Nachuntersuchungen zu Ihrem Hausarzt/Facharzt.

Das sollten Sie anfangs unbedingt beachten:

  • Erledigen Sie keine schweren Arbeiten.
  • Stehen Sie nicht zu lange, um das Knie nicht zu überlasten.
  • Knien Sie sich nicht hin.

Körperpflege

  • Baden oder duschen Sie nur, wenn Ihr Arzt dies aufgrund des Heilungsfortschritts erlaubt.

Autofahren

  • Fahren Sie nur mit Erlaubnis Ihres Arztes selbst.
  • Im Allgemeinen dürfen Sie frühestens sechs Wochen nach dem Eingriff wieder selbst fahren, wenn Sie zum Laufen keine Gehhilfen mehr benötigen.
  • Benutzen Sie nach Möglichkeit auf dem Sitz ein rutschfestes Keilkissen.
  • Drehen Sie die Rückenlehne etwas nach hinten, in eine halb rückwärts gelehnte Position.
  • Befolgen Sie diese Anweisungen auch als Beifahrer.

Schlafen

  • Stehen Sie auf der nicht operierten Seite aus dem Bett auf.

Gehen

  • Unternehmen Sie mehrmals täglich kurze Spaziergänge mit Gehhilfen.
  • Vermeiden Sie unebenes Gelände, tragen Sie Schuhe ohne Schnürsenkel.
  • Tragen Sie nur leichte Gewichte und verteilen Sie diese gleichmäßig.
  • Zum An- und Ausziehen der Schuhe benutzen Sie einen langen Schuhlöffel.

Sitzen

  • Sitzen Sie nicht auf Flächen, die zu niedrig oder zu weich sind.
  • Um das Schwellen des Knies zu verringern bzw. zu vermeiden, legen Sie das Bein beim Sitzen hoch, beispielsweise auf einen Hocker.
  • Der Stuhl sollte nach Möglichkeit Armlehnen haben.
  • Wenn nötig benutzen Sie eine Toilettensitzerhöhung.

Kochen

  • Bereiten Sie einfache Gerichte vor, bei denen Sie nicht lange stehen müssen.
  • Eine Schürze mit Taschen ist hilfreich, um kleine Küchenutensilien griffbereit zu haben.

Wichtiger Hinweis:

Auch wenn Sie alle Tipps beachten, können sich im Genesungsverlauf Situationen ergeben, in denen Sie unbedingt zum Arzt gehen sollten.

Treten akute Probleme auf, d.h. bei einer anhaltenden Schwellung oder Rötung der Wunde, falls diese nässt oder blutet sowie bei stärkeren Schmerzen, ist Ihr behandelnder Arzt der richtige Ansprechpartner. Ist dieser nicht verfügbar, kommen Sie bitte direkt in unsere Notaufnahme.

Sollte es durch einen Unfall zu einem Bruch eines Knochens nahe des künstlichen Hüft- oder Kniegelenks kommen, suchen Sie möglichst eine Klinik auf, die Erfahrung mit Gelenkersatz-Operationen hat. Idealerweise kommen Sie ins Krankenhaus Juliusspital. Wir haben große Erfahrung mit derartigen Verletzungen, und auch das bei Ihnen eingesetzte System ist in unserer Klinik vorhanden.

Den Endoprothesen-Pass, der Ihnen bei der Erstimplantation Ihres künstlichen Gelenks ausgehändigt wurde, sollten Sie daher immer bei sich tragen.

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