Das Knie: Der Lauf der Dinge

Das Kniegelenk trägt unser gesamtes Körpergewicht und muss – je nach Bewegung – sogar ein Vielfaches des Gewichtes aufnehmen. Allein beim bloßen Auf- und Abspringen wirken kurzzeitig Kräfte auf das Knie, die einem Vielfachen des eigenen Körpergewichts entsprechen. Um uns viele Bewegungen zu ermöglichen, ist das Kniegelenk ein „offenes“, nur durch Bänder und Muskeln stabilisiertes, Gelenk.

Das Kniegelenk setzt sich aus dem langen Oberschenkelknochen und dem Schienbein zusammen. Am vorderen Teil des Kniegelenkes befindet sich die Kniescheibe, ein relativ kleiner, flacher Knochen.

Der Oberschenkelknochen liegt mit zwei rundlichen, parallel zueinander stehenden – mit Knorpel überzogen – Strukturen, auf dem mit einer Knorpelschicht überzogenen Schienbeinkopf auf.

Im dazwischen liegenden Gelenkspalt befinden sich die Menisken (Zwischengelenkscheiben). Sie fangen die gewaltigen Kräfte, die im Laufe unseres Lebens auf das Gelenk einwirken, federnd ab.

Durch die so genannte Gelenkschmiere funktioniert der Knorpel wie ein gut geschmiertes Lager. Er hält die beiden Knochen des Kniegelenkes voneinander getrennt und sorgt so für eine nahezu reibungslose Bewegung ohne Schmerzen.

Ober- und Unterschenkelknochen sind durch vier kräftige, flexible Bänder miteinander verbunden. Sie wirken wie Schnüre, die beide Enden des Gelenkes zusammenhalten und bei Bewegung sichern. Durch die Bewegung wiederum gelangt die Gelenkflüssigkeit mit ihren Nährstoffen in den Knorpel.

Die schützenden Gelenkknorpel können sich jedoch infolge jahrelanger Überlastung, aber auch durch Erkrankungen (z. B. Rheuma) und Verletzungen (z. B. beim Sport) stark abnutzen. Dieser als Kniegelenkarthrose oder Gonarthrose bezeichneter Verscheiß verursacht Schmerzen, die jede Bewegung zur Qual machen können.

Die moderne Endoprothetik kann helfen

Bringen Medikamente und physiotherapeutische Maßnahmen (Krankengymnastik) keinen ausreichenden Erfolg mehr, ist der künstliche Gelenkersatz (Endoprothetik) eine seit Langem bewährte und sichere Behandlungsmaßnahme.

Moderne Kunstgelenke (Endoprothesen) sind aus leichten Materialien gefertigt, die sehr widerstandsfähig gegen Abnutzung sind und viele Jahre lang halten, Sie bestehen meist aus besonderen Kobalt-Chrom- oder Titan-Legierungen. Als Gleitpartner (Knorpelersatz) kommen Komponenten aus abriebarmen Kunststoffen wie hochvernetztem Polyethylen zum Einsatz.