Das sollten Sie wissen

Jede Operation – auch die kleinste – birgt ein gewisses Risiko. Man unterscheidet zwischen allgemeinem OPERATIONSRISIKO und speziellen Risiken. Zu den Risiken gehören Thrombosen und Embolien, denen man durch die operationsbegleitende Gabe von blutverdünnenden Medikamenten vorbeugen kann.

Infektionen, Verletzungen von Blutgefäßen und Nerven sind durch die medizinischen FORTSCHRITTE und die umfangreichen ERFAHRUNGEN mit künstlichen Gelenk-Operationen glücklicherweise sehr selten. Spezielle Probleme können Verklebungen und Verwachsungen im Hüft- oder Kniegelenk verursachen, die nach der Operation auftreten können. Sie können die Beweglichkeit einschränken (sog. Arthrofibrose).

Zur VORBEUGUNG versuchen wir daher, Ihr neues Gelenk zusammen mit dem Physiotherapeuten bereits in den ersten Tagen nach der Operation ausreichend zu bewegen. Sehr selten kommt es zu Kalkeinlagerungen in der Muskulatur – vor allem um das Hüftgelenk – die eine Bewegungseinschränkung oder Beschwerden verursachen können. Die Einnahme bestimmter Medikamente nach der Operation beugt diesen vor.

Wird das künstliche KNIEGELENK vernünftig bewegt und nicht überlastet und bestehen eine gute Muskulatur sowie ein fester Knochen, kann das künstliche Gelenk lange halten. Erfahrungsgemäß sind nach zehn bis 15 Jahren noch gut 90 Prozent der Patienten mit ihrem neuen Hüft- oder Kniegelenk zufrieden.

Sollte es zu einer frühzeitigen Lockerung oder Verschleiß der Prothese kommen, wird ein PROTHESENWECHSEL notwendig. Bei den heute verwendeten Systemen müssen – je nach Befund – auch nur einzelne Anteile und nicht immer die gesamte Prothese ausgetauscht werden.

Allerdings stellt der Wechsel eines künstlichen Gelenkes ein größeres Risiko dar als die Erstimplantation. Um eine Prothesenlockerung somit rechtzeitig zu erkennen, sind regelmäßige UNTERSUCHUNGEN und gegebenenfalls Röntgenkontrollen durch den niedergelassenen Orthopäden oder Unfallchirurgen erforderlich.

Sie sollten diese Risiken nicht überbewerten, jedoch darüber informiert sein. Zu den problematischsten KOMPLIKATIONEN beim Kunstgelenk gehört die Infektion. Durch die Gabe von Antibiotika vor und – in manchen Fällen auch – nach der Operation sowie durch die speziellen keimarmen aseptischen Operationssäle ist die Infektionsrate jedoch äußerst gering.

Zusätzlich wird vor der Operation eine Infektion in Ihrem Körper, die ein Risiko darstellen würde, sorgfältig ausgeschlossen. Deswegen auch der Gang vor der Operation zum Haus- und Zahnarzt. Sollte es durch einen Unfall zu einem Bruch eines Knochens nahe des künstlichen Hüft- oder Kniegelenkes kommen, suchen Sie möglichst eine Klinik auf, die Erfahrung mit künstlichen Gelenk-Operationen hat. Idealerweise kommen Sie ins Krankenhaus Juliusspital. Wir haben große ERFAHRUNG MIT DIESEN VERLETZUNGEN und auch das bei Ihnen eingesetzte System in unserer Klinik vorrätig.

Den ENDOPROTHESENPASS, der Ihnen bei der Erstimplantation Ihres künstlichen Gelenkes ausgehändigt wurde, sollten Sie daher immer bei sich tragen.

Treten akute Probleme auf, d. h. kommt es zur anhaltenden Schwellung oder Rötung der Wunde, nässt oder blutet diese oder haben Sie starke Schmerzen, ist Ihr behandelnder Arzt der erste Ansprechpartner. Ist dieser nicht verfügbar, kommen Sie direkt in unsere Notaufnahme – die Kollegen dort können Ihnen auch weiterhelfen.